Nicht nur ein Ausflug
Für den 17.Mai 2014 stand im Arbeitsplan eine Exkursionsreise in den „Findlingspark Nochten“.
Unsere Vereinsfreunde wollten nach vier Jahren die Fortschritte im Findlingspark sehen.
Mit der Ankunft des Busses in Nochten setzte ein "reichlicher" Regen ein.
Nun schmückten nicht nur die vielen Blüten der Stauden und Gehölze den Park, auch
unsere bunten Regenschirme bereicherten das Farbspektrum.
Trotz des schlechten Wetters konnten alle Vereinsfreunde den wunderbaren Zuwachs des Parks anerkennen.
Steingartenfreunde, die noch nicht in Nochten waren, ist dieser Besuch sehr zu empfehlen.
Die Rückreise führte uns dann in das Oberlausitzer Bergland zur zweiten Station .
Die Vereinsfreunde Barbara und Eberhard Nestler in Ringenhain luden zur Besichtigung
ihres Gartens ein.
Auf der Tenne des Anwesens gab es kein Bad, dafür aber Kaffee, Kuchen und Sandwichs.
Von den fünf mitgebrachten Torten und Kuchen der Vereinsfreunde blieben zum Schluss nur Krümel übrig.
Wenn es immer wieder heißt: „Leben im Verein am schönsten …“,dann war dieser Ausflug
ein Beweis dafür.
Allen Helfern und Unterstützern gebührt deshalb ein feiner Dank. Eb
Harmonie aus Pflanzen und Steinen
Jedes Jahr erfüllt uns zur Frühlingszeit die Faszination des Blühens.
Nach Schnee, Regen und Kälte beginnt sich fast urplötzlich ein Farbenspiel mit riesiger
Variationsbreite zu entfalten. Die Zeit des Wartens auf das mächtige Blühen des Sommers
wird uns ausgerechnet von kleinen und kleinsten Pflanzen verkürzt.
Was liegt also näher, als diese Kobolde und Frühaufsteher im Klang zu vereinen und so eine
Symphonie der Farben zu schaffen.
Auf dieses Ereignis warten die Steingartenbesitzer, aber auch die Spaziergänger , die zielbewußt solche Anlagen aufsuchen, um sich am Blütenwunder und Farbenspiel zu berauschen. Ein gut angelegter Steingarten, wo Pflanzen im Einklang mit Stein und Raum stehen, kann Hoffnungen, Reize und Gartenfreuden offenbaren.
Wer tief in die Geheimnisse des Frühlings eindringen will, kann diese Jahreszeit im Steingarten belauschen.
Steingärten stellen eine Zweisamkeit von Pflanze und Stein dar. Sie sind bewußt angelegt und erhalten ihre Prägung durch die ästhetische Gestaltung des Gesteins und dem malerischen Zauber der verschiedenen Pflanzen aus den Gebirgen, Wiesen und Wäldern unseres Erdballs.
Durch das Setzen der Steine entsteht bereits ein wunderbarer Zwang, die Nischen, Spalten und Terrassen mit solchen Pflanzenherrlichkeiten zu schmücken, daß im warsten Sinne des Wortes ein ``Steingarten`` entsteht. Steingartenliebhaber verfallen ganz und gar dieser
schöpferischen Leidenschaft der Gestaltung. In ihnen entsteht der Wunsch, den erträumten Gartenbildern immer näher zu kommen. Sie schaffen für neuerworbene Pflanzenschätze die
optimalen Räume.
Wohlgefällig gleitet ihr Blick über die geschaffenen Berge und Täler, um sich schließlich an einem gelungenen Zusammenspiel zu verfangen.
Wer bisher einem Steingarten abwartend gegenüber stand, sollte sein Zögern überwinden und sich zum Gartenglück ermutigen lassen.
Die Möglichkeiten der Schaffung solcher Kleinstaudenparadiese sind unermeßlich groß.
Da gibt es Gärten mit natürlicher Hanglage.
Sollen Beete einigermaßen waagerecht sein, müssen Terrassen geschaffen werden.
Welch eine glückliche Fügung für den Gartenfreund !
Das Gestein hält die Böschung, verhindert das Abspülen des Mutterbodens und ist Grundlage
für herrlichste Steingartenrabatten.
Wer dies ungenutzt läßt und dafür Betonplatten oder gar Blechstreifen festkeilt, darf sich schon `mal ``Stümper`` nennen.
Hundert Pflanznischen gibt es nicht, Generationen von Zauneidechsen werden nicht geboren
und die Heiterkeit der Natur ist beim Nachbarn.
Natürlich bedarf es vieler Erfahrungen, um solche gelungene Kombinationen von Pflanzen und Steinen zu schaffen.
Endgültiges gibt es im Garten nicht!
Altmeister Karl Foerster sagte: ``Wer seinen Garten nicht verändert, hat ihn nicht verdient.``
Welche Erfahrungen helfen beim Verändern?
Der Steingarten muß sich Ihnen nach Fertigstellung anbieten, eine offenen Bühne darstellen,
den die Ernte des Steingärtners ist der Genuß des Sehens.
Die Steingartenliebhaberei hat in den letzten Jahren an Zuwachs gewonnen.
Immer schönere Anlagen entstanden, die nicht nur dem Besitzer Freude bereiten, sondern unsere Heimat schmücken.
In einigen Kreisen haben sich solche Gleichgesinnten einer Arbeitsgemeinschaft angeschlossen.
Sie finden Freude und Entspannung bei diesem Hobby, festigen ihr botanisches Wissen
und tragen zum ökologischen Verständnis bei.
Vielleicht haben auch Sie einen Gartenwinkel, der für Gemüseproduktion nicht geeignet ist.
Ich würde mich freuen, wenn ich Sie mit meinem Beitrag angeregt habe, diese schöpferische
Möglichkeit für ihren Garten zu nutzen.
Eberhard Nestler
Steingärten in Sachsen
Der Zwickauer Steingartenverein feiert im Jahr 2009 sein 30-jähriges Bestehen.
Er ist in Sachsen unter all den verschiedensten Vereinen der einzige, der sich mit der Gestaltung von Steingartenanlagen und deren spezieller Bepflanzung beschäftigt.
Seine 42 Mitglieder treffen sich einmal im Monat in geselliger Runde. Dabei werden Erfahrungen, Tipps und Tricks sowie Pflanzen getauscht.
Mit Fach- und Reisevorträgen können Gärtner, Botaniker und Vereinsmitglieder von ihrem
Schaffen berichten und neue Anregungen geben.
Steingartenbesitzer haben fast alle zwei Entwicklungswege hinter sich.
Die alten Füchse gingen den Weg der Erkenntnis über Rabatte, Staudenbeet und schließlich
auch aus Platzgründen, zum Steingarten.
Oft genügten nicht mehr nur einige Steine, es mussten dann schon 5t, 10t oder gar 30t Steine
in fachgerechter Lage zu Terrassen, Nischen und Spalten gesetzt werden.
Der zweite Weg geht über eine ‚Infektion’ mit dem ‚Steingartenvirus’.
Diese Steingartenfreunde werden regelrecht vom Anblick schöner Anlagen angesteckt und
von deren Besitzern eingeladen und angeleitet. Natürlich wurden sie vorher gewarnt, denn wer einmal damit anfängt, kommt nicht mehr davon los.
Sie werden steingartensüchtige Liebhaber und Sammler.
Es beginnt nun die Suche nach botanischen Kostbarkeiten, die eine Zweisamkeit von Pflanzen und Steinen bildet.
In den letzten Jahren hat die Steingartenfreude einen enormen Zuwachs auch in Sachsen
gefunden, schließlich können auf engstem Raum sehr viele Pflanzen gesetzt werden.
Finanzielle Möglichkeiten erlauben den Kauf seltener und teuerer Pflanzen.
Kleiner Rückblick
Bevor über weitere Inhalte und Möglichkeiten ausgeführt werden kann, muss etwas über
die ’Altvordern’ in Sachsens Steingartenkultur gesagt werden.
Im Raum Vogtland waren diese Kurt Damm(†)und Michael Seifert.
Im Zwickauer Raum müssen Dieter Kaufmann, Horst Voigtmann, Konrad Kunz (†) und
Eberhard Nestler genannt werden.
Große Verdienste hat die Fachgruppe „Botanik“ in Chemnitz. Hier waren Walter Meusel (†),
Wolfgang Enzmann und andere AG-Mitglieder sehr fleißig in der Erstellung der Sammelblätter und beim Einrichten einer Pflanzenbörse. Diese Arbeit wird jetzt in der Walter Meusel-Stiftung unter der Leitung von Dr. Joachim Hemmerling und Stefan Jeßen fortgesetzt.
Ebenfalls in Chemnitz finden wir die Alpenpflanzengärtnerei von Gerd Stopp, dessen Pflanzen in vielen Gärten Deutschlands und Europas Einzug gehalten haben.
In der Lausitz haben sich um Erich Wauer (†) und Heinz Weber gute Steingärtner gefunden
und schöne Anlagen aufgebaut.
Die geistigen Väter waren wie überall in Deutschland Erich Wocke, Wilhelm Mütze, Karl
Förster und Fritz Köhlein. Ihre Bücher sind noch heute wertvolle Nachschlagewerke.
Unter www.steingartenverein.de findet sich in der Homepage des Zwickauer Steingartenvereins ein guter Beitrag von Eberhard Nestler über das Anlegen von Steingärten
und dem damit verbundenem Hobby.
Wenn über Steingärten in Sachsen berichtet wird, muss unbedingt der Findlingspark in Nochten/Lausitz erwähnt werden.
Experten haben hier in einem ehemaligen Tagebau eine wunderbare Sehenswürdigkeit
geschaffen, die auch in den kommenden Jahren mit weiteren Steingarten Themen
erweitert wird.
Erfolge des ZSV
Die Homepage des Vereins wird inzwischen von in- und ausländischen Gleichgesinnten
gern aufgesucht.
Hier finden sie in der Galerie schöne Fotos seltener Kleinstauden vom Originalstandort,
aus Steingärten und aus Alpinenhäusern.
Außerdem sind alle Termine der Zusammenkünfte aufgelistet.
Wer schöne Gärten besichtigen möchte, kann sich an den Vereinsvorsitzenden Ralf Rockstroh
wenden, der gern mit Rat und Tat Interessenten zur Seite steht.
Zum jährlichen Höhepunkt des Vereins, der Pflanzenbörse im August, kommen bis zu
600 Steingartenbesitzer um Pflanzen, kleine Gehölze und Zwiebelgewächse zu tauschen, zu
kaufen oder zu verkaufen.
Die Börse wird dabei zum alljährlichen Treffen nicht nur sächsischer Interessenten.
In den letzten Jahren zeigte sich, dass immer mehr junge Leute zum Einkaufen kommen,
also ‚Infizierte’.
Ein wichtiges Anliegen des Vereins sind Arten- und Naturschutz.
Zum Verkauf kommen keine Pflanzen von natürlichen Standorten. Alle, auch seltenste Arten,
sind Nachzuchten aus Samen botanischer Gärten oder selbstgezogene und vermehrte Pflanzen.
Die Käufer werden fachmännisch beraten, denn fast alle Raritäten verlangen spezielle Bedingungen und Pflege.
Viele Gartenfreunde, besonders im Raum der sächsischen Mittelgebirge, nutzen das Vorhandensein von Gestein und Hanglage, um sich solche Refugien zu schaffen.
Da es zudem noch viele Kleingärten aus der Vorwendezeit gibt und kein ‚Produktionszwang’
für Gemüse mehr besteht, können Spaziergänger in Kleingartenanlagen immer häufiger schöne Steingärten bewundern.
Der Zwickauer Steingartenverein hat einen guten Ruf auch über seine Landesgrenze erworben.
Es bestehen Kontakte zu den tschechischen Vereinen, zu botanischen Gärten und natürlich zu
gleichgesinnten Vereinen in der Bundesrepublik.
Der ZSV freut sich über seine Ausstrahlung und der sich daraus ergebenden Erfolge.
Er beweist damit, dass Vereine nicht eigensinnig sind und der Gesellschaft ihr soziales Gepräge verleihen.
Eberhard Nestler